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‘Konkurrenz kann manchmal grimmig sein, muss aber fair und legal sein’ -  (Pepsi-Pressesprecher Dave DeCecco )

Es ist mal wieder an der Zeit, eine neue Reise Story - diesmal eher „Klatsch und Tratsch aus Yangon“ diesem kleinen Link hinzuzufuegen! Warum es letztes Jahr nichts von uns gab? Ganz einfach: Unser ehemaliger deutscher Direktor entschied sich unsere internen Daten von unseren Computern während eines Februar Wochenendes downzuloaden...

 

Der Anfang der Geschichte...  vor Jahren, Ende der neunziger Jahre (noch verheiratet), einer Zeit, in der oft nicht wusste, wie ich all meine Arbeit alleine bewaeltigen sollte und von einem 48 Stunden Tag traeumte, entschied ich mich, einen mir voellig Fremden aus Deutschland, zu beschaeftigen. Jemand, der bei mir einfach spontan ins Buero platzte. Gestrandet in Yangon, verliebt in eine junge Frau aus Pha An, deren Eltern sich gegen eine Verbindung mit einem aus dem Nichts kommenden Auslaender wehrten und die fuer ihre Tochter, eine angehende Lehrerin hoehere Plaene hatten.

So fing er erstmal bei uns an unsere deutschen Kunden durchs Land zu fuehren und irgendwann blieb er dann im Buero und half mir meinen wachsenden Papierstapel herunter zu arbeiten.

 

Es schien fast zu perfekt, um wahr zu sein. Meine engste Mitarbeiterin, die heutige Direktorin unserer Firma, Soe Soe, und ich warteten schon fast, wann denn diese Seifenblase eines Tages platzen wuerde. Wohlwissend, dass es in unserem Job keinen Tag ohne eine Ueberraschung gibt!

Zurueckblickend gesehen, brauchten wir eigentlich nicht sehr lange zu warten, um die ersten, sich anschleichenden Symptome seines Wandels zu erleben.

Das Millenium noch nicht eingetreten, hoerten wir Geruechte ueber ihn, dass er nach Feierabend mit einem Baby im Arm und zusammen mit einer Burmesin in China Town spazieren ging. Als wir ihn daraufhin ansprachen, gab er zu, dass er es einfach vergessen haette, uns ueber seinen Familienzuwachs zu informiern. Aber hallo! Das ist ja nicht so, als wuerde man sein Mantra vergessen oder das Leerzeichen auf der Tastatur nicht tippen!?!


Vergiss nie und nimmer die Leertaste auf der Tastatur zu tippen 

Nun denn, was solls, dachte ich - da ich mich sowieso nie in das Privatleben der Angestellten einzumischen pflegte.

Soe Soe jedoch war sehr besorgt und davon ueberzeugt, dass etwas mit der neuen Dame nicht stimmen wuerde. Sie versprach mir, ein Auge darauf zu werfen. Komischerweise traute keiner der neuen Frau in seinem Leben und die Geruechtekueche brodelte wieder. Fuer diejenigen, die noch nie in Myanmar waren und von der Kultur noch nicht allzuviel wissen, hier eine kleine Information:

Hier in Myanmar vertrauen die meisten Leute auf Geruechte und Klatsch und Tratsch. Oft ist es fuer uns Auslaender nicht einfach zu unterscheiden, was nun wahr ist und was nicht. 

Anfang des Milleniums, als ich nicht nur dabei war, mein Reisegeschaeft auf Indochina zu erweitern, aber auch noch mit einer mir so endlos erscheinenden Scheidung, die sich zu einem Rosenkrieg entwickelte, (und mich 7 Jahre meines Lebens begleitete) beschaeftigt war, fing auch das Leben unseres deutschen Mitarbeiters an, turbulenter zu werden.

Eines morgens sass er bei mir im Buero und weinte bitterlich. Ich war mir damals nicht sicher, ob ich nun ueberrascht sein sollte oder dies so eine Art „Deja Vue„ war, als er mir von seiner Freundin erzaehlte, die mit einem Freiburger und seiner Tocher ‚durchgebrannt’ war. Ich habe bis heute noch Soe Soe’s Blick, den sie mir hinter seinem Ruecken zuwarf, vor mir (ihre rollenden Augen und Lippen, die die Worte „Hab’ ich’s doch immer schon gesagt’ formten).

Ich gab ihm Papiertaschentuecher, um seine Traenen zu trocknen, einige Tage Urlaub und einen unserer Reiseleiter, der ihm dabei behilflich sein sollte, seine Familie wieder zu finden...

2 Tage spaeter fand er sie in einer Bierkneipe an einem populaeren einheimischen Strand, mit deutschem Lover und Tochter. Er kam zurueck, zwar nur mit Tochter, und wir arrangierten ihm ein Kindermaedchen, da sie ja nun ohne Mutter in Yangon war und der Vater arbeiten musste...

 

Die verantwortungsvolle Mutter erschien 2 Monate spaeter vor seiner Tuerschwelle und 9 Monate spaeter erblickte die naechste Tochter das Licht der Welt. Die Mutter erinnerte sich nun auch ploetzlich, dass ihre angebliche Nichte, die mit ihnen zusammen wohnte, eigentlich ihre Tochter war, die aus einer Ehe mit einem Soldaten stammte. Seitdem gab es fast keinen Tag, an dem nichts passierte, aber er wollte nicht aufgeben und bat uns, seine Stelle behalten zu duerfen, da dies fuer ihn die einzige Chance war, in Myanmar zu bleiben. Wir konnten ihn da sehr gut verstehen und sahen auch zu, wie er nie aufgab, ihr das 1 x 1 des guten Tones beizubringen, was wohl noch schwieriger war, als My Fair Lady das Singen beizubringen.

Soe Soe’s Beziehung zu ihm aenderte sich drastisch, als eines Tages, waehrend meiner Abwesenheit, seine Gefaehrtin unserem Buero einen Besuch abstattete und ihn mit dem Messer bedrohte. Ich war zwar noch auf seiner Seite, weil wir beide so viele unglaubliche Geschichten zusammen erlebt hatten und ich nicht glauben wollte, dass er mittlerweile dabei war, seine eigene Firma auf unsere Kosten aufzubauen. Von guten Freunden gewarnt, riskierte ich es, nicht auf diese Geruechtekueche zu hoeren!


Jedoch, Ende 2005 wussten wir endgueltig von seinen Plaenen. Es war uns bekannt, dass er vertrauliche Informationen aus unserem Buero heraustrug und nachts seine Ueberstunden dazu benutzte, seine zukuenftige Firma mit unseren Daten aufzubauen. Email Gruesse an unsere Kunden wie


“mit den besten Gruessen aus dem naechtlichen Yangon” 

wurden zum Standard - und kamen natuerlich sehr gut bei den Kunden an.

Wir hatten angefangen, Informationen einzuholen, und durften von Freunden sowie Kunden erfahren, dass ohne ihn Myanmar Travel nicht existieren wuerde. Sein Ziel war es, Mitte 2006 die Firma zu verlassen, genau dann, wann er dachte, die Lizenz seiner neuen Firma zu erhalten. Anfang Februar 2006 wurde ihm bewusst, dass wir mehr wussten, als er wahrhaben wollte, und als ich ihn vom Ausland aus in einer Email fragte, was er an einem Samstag Nachmittag in meinem Buero machen wuerde, erhielt ich eine kurze Nachricht, in der drin stand: “Aufraeumen”... 

....welches mir dann keine Wahl liess, als ihm endlich seine neue Mitgliedschaft anzuerkennen.

Gratuliere! Ihre Mitgliedschaft ist anerkannt worden!

G.G.D.I.D. (Geheime Gesellschaft des Intellektuellen Diebstahls)
 

...und nun begann es erst richtig. Keine 2 Wochen spaeter erhielten wir Anrufe von den meisten Hotels, die uns baten, doch bitte unsere Buchungen zu stornieren, da eine andere, neue Agentur Anspruch auf die Buchungen hatte... und wir erhielten weltweit von irritierten Kunden Emails des neuen G.G.D.I.D.-Mitgliedes, in dem er unsere Preise unterbot und seine neue Firma vorstellte, die es bis heute nur im Internet gibt, aber nirgends registriert ist...von einigen unseren deutschen Kunden erhielten wir Stornierungen.

In einem Mailing weltweit an unsere Kunden erklaerten wir die Situation, was aber seltsamer Weise einige unserer deutschen Kunden nicht davon abhielt, dort zu buchen, mit der Gewissheit, dass diese Firma nicht existent war und immer noch nicht ist. Man kommt doch manchmal aus dem Staunen nicht heraus !

Die amerikanischen Firmen und auch Einzelkunden reagierten alle einheitlich - es gab keinen Einzigen, der dieses Gebaren nicht unethisch und kriminell empfand und man empfiehl uns dagegen gerichtlich vorzugehen und ihn auf eine Art ‘schwarze Liste” zu setzen… Ungefaehr so…

WANTED
 

Nun, wir hatten es fast in Erwaegung gezogen , aber dann doch bevorzugt, ihn in Deutschland anzuzeigen, was laut unseren Anwaelten einige Zeit in Anspruch nehmen duerfte.

Deshalb, liebe Reisende, hat es bei uns letztes Jahr keine neuen Geschichten gegeben. Aber nun sind wir wieder zurueck im normalen Alltagsgeschehen mit den ueblichen ‚normalen’ Tagesueberraschungen’.

Viele Gruesse aus  dem naechtlichen Yangon

Myriam Grest


Travel stories:


 

Konkurrenz kann manchmal grimmig sein, muss aber fair und legal sein !NEU!
 
(August 2007)
EU's Hollow Lectures on Human Rights (IHT) (June 2004)
"Pass the Nyapi, Please!" (February 2004)
Adventures with the Tuesday Club (March 2003)
About Myanmar Rumours and Unspoilt Beaches (October 2002)
Service in the Tourism Industry here and there - Still a long Way to go... (Summer 2002)
Near the Land of the Golden Triangle (May 2000)
A Heavenly Journey to Mt. Victoria (April 1999)
Shin Pyu Ceremony (April 1999)

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© 1999 Myriam Grest Thein