Swiss Miss, Swiss Cheese, Swiss chocolate, das bin ich..."

Damals...

... und heute

Schon früh im Leben entwickelte sich meine Reiseleidenschaft. Kindheitserinnerungen kommen mir wie gestern vor - grüne, blaue, rote Trämlis; Wochenendausflüge ins Grüne; meine erste Zugreise als Fünfjährige durch die Schweizer Alpen mit meiner Schwester und meinen Großeltern. Ich erinnere mich noch an die schweren Plüschpolstersitze in den Abteilen und im Speiseraum. Es gibt noch ein Photo, welches uns händchenhaltend bei der Ankunft in München auf Bahnsteig 1 zeigt - ich glaube, meine Großmutter hatte es aufgenommen. Aber irgendwie habe ich mir immer eingebildet, daß ich diese Reise ganz alleine unternommen hätte!

 

Wir hatten eine kleine Weltkugel in der Bibliothek meines Vaters. Ich liebte es, diese Kugel mit geschlossenen Augen zu drehen, bis sie unter meinem Zeigefinger an irgendeinem Ort stehen blieb. Auf diese Weise bestimmte ich mein nächstes "Reiseziel". "Wo geht es denn heute hin?", fragte meine Mutter jede Nacht vor dem Zubettgehen. Insofern  hat sich meine Leidenschaft, in exotische Länder zu reisen, verwirklicht. Deshalb ist es nicht überraschend, daß ich Ihnen heute von meinem Yangoner Büro aus schreibe.

 

1985 war ich zum ersten Mal in dieser Stadt. Alleine - selbstverständlich - eine Mischung zwischen Liv Ullmann und Mrs. Trapp aus der "Trapp-Familie" (Sound of Music). Jawoll! Jawoll! Blondes Haar und blaue Augen - ich könnte nicht auffallender gewesen sein! Aber irgendwie hatte ich nie das Gefühl, daß dies hier einen Unterschied gemacht hätte. Mitte der 80er Jahre war es immer noch Rangun, Burma. Aber auch 1995, 6 Jahre nach der Namensänderung, waren weder Lebensweise noch das Stadtbild sehr verändert. Es ist eine erstaunlich grüne Hauptstadt. Breite Prachtstraßen mit manikürten Bäumen und Sträuchern und der Blick in einen tiefblauen Himmel mit seinen wattebauschähnlichen Wolken - den bis jetzt überraschenderweise so gut wie keine häßlichen Wolkenkratzer verdecken können. Es gibt zwar vereinzelt einige Hochhäuser, die die Aussicht jedoch noch nicht stören.

 

Ach ja - nichts ist ewig, nur der Wechsel - speziell in diesem Gebiet der Hemisphäre... Als 

ich in den Achtziger Jahren zu einem Kurztrip nach Burma aufbrach, gewährte das abgeschot-tete Land Ausländern gerade einmal 7 Tage Aufenthalt. Schließlich galt alles, was aus dem Ausland kam, hier als verderblich. Eine brutale Militärdiktatur, angeführt von einem General, der nur dem Rat seiner Astrologen folgte, hatte das Land der Goldenen Pagoden auf einen bizarren politischen Kurs zwischen Sozialismus und Buddhismus gebracht. 

 

An der Shwedagon traf ich den zukünftigen Vater meiner Tochter und was wie ein Märchen begann … zerplatzte eines Tages wie eine Seifenblase.  Dennoch gelang es mir mein eigenes Geschäft zu führen, als einzige westliche Frau in einer der exotischsten Länder der Welt des-sen unerwartete Öffnung Burma heute wieder in den Mittelpunkt des Interesses rücken lässt. 

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